Rezension zu "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" von Lucy Clarke

08:30

Verlag: Piper Verlag
Erscheinungsdatum: 13. April 2015
Preis: 14, 99 €

Seitenanzahl: 395 Seiten
Reihe?: Einzelband




Lucy Clarke studierte englische Literatur an der Universität von Cardiff und lebt heute in Bournemouth. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt.


"Jackson zieht sich die Mütze über die Ohren und wirft noch einen Blick auf Eva, die sich im Bett zusammengerollt hat, die Bettdecke unter das Kinn gestopft."


Kurz nach ihrer Hochzeit stirbt Evas geliebter Ehemann Jackson. Für Eva bricht die Welt zusammen. In ihrer tiefen Trauer beschließt sie kurzerhand nach Tasmanien zu fahren, Jacksons Heimat, um seine Familie kennenzulernen. Doch in Tasmanien muss sie feststellen, dass sie alles andere als willkommen ist. Merkwürdigerweise wollen weder Jacksons Vater noch sein Bruder mit ihr sprechen. Doch nach und nach öffnet sich Sauls Bruder ihr gegenüber und die Wahrheit über ihren Ehemann kommt ans Licht.




Ich wurde auf das Buch aufmerksam aufgrund des schönen Titels und der sommerlichen, bezaubernden Aufmachung. Die Wellen, die vom Cover auf die Seiten übergehen - ein absoluter Blickfang!

Aufgrund des Klappentexts habe ich einen schönen, traurigen Sommerroman erwartet. Doch der Roman birgt noch viel mehr...

Direkt im Prolog wird man als Leser mit Jacksons Tod konfrontiert und der darauffolgenden tiefen Trauer und inneren Leere der Protagonistin Eva. Die beiden waren erst seit kurzem verheiratet und Eva kann es nicht fassen, dass ihr geliebter Ehemann ihr entrissen wurde.
Sie möchte unbedingt Jacksons Familie kennenlernen, Kindheitsgeschichten über ihn hören und mit Menschen reden, die ihrem Mann nahestanden.
Doch angekommen in Tasmanien verhalten sich Jacksons Vater und Bruder sehr abweisend und wollen mit ihr nicht über Jackson sprechen. 

Der flüssige Schreibstil hat mich schnell in die Geschichte einfinden lassen. Ziemlich schnell war ich gefesselt und konnte förmlich das Rauschen des Meeres am Strand von Wattleboon hören. Die ausführlichen Beschreibungen der Autorin machten die Geschichte authentisch und einfühlsam, dies wurde verstärkt durch die ausgeprägten Charaktere. Eva ist eine starke, emotionale Figur, die viel kämpfen muss. Über Jackson weiß man als Leser anfangs nicht ganz soviel, außer den liebevollen Erinnerungen von Eva an ihren Mann. 
Der allwisende Erzählstil wurde sehr passend gewählt, um die Sichtweisen der verschiedenen Protagonisten aufzuzeigen. Allerdings fehlen dadurch auch ein wenig die Emotionen, die wahrscheinlich bei Eva in der Ich-Perspektive besser greifbar gewesen wären. In fast jedem Kapitel ist ein kursiver Teil in Briefform aus Jacksons Sicht geschrieben, wodurch man dem Geheimnis um ihn, das von Anfang an präsent ist, näher kommt.
Dieses Geheimnis entwickelt bereits vom Beginn der Geschichte eine Spannung und Sogwirkung, so dass ich immer weiterlesen wollte. Was verbarg Jackson? Welches dunkle Geheimnis umwob sein Leben? Diese Fragen gehen einem als Leser während dem Lesen durch den Kopf.

 "Trauer ist etwas Physisches, denkt sie. Es ist, als würde ihr Körper von innen her aufgefressen, Schicht um Schicht, bis sie vollständig ausgehöhlt sein wird. Sie legt den Kopf auf Jacksons Kissen und atmet mit ihrem Schluchzen den fernen Duft seiner Haut ein."

Eva wird mit Lügen und Verrat konfrontiert, so dass sie ihr ganzes Leben in Frage stellt. Eine überraschende Wendung folgt auf die nächste und sie muss viele Schicksalsschläge einstecken.
Ein weiterer Protagonist, der eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, ist Saul, Jacksons Bruder. Nachdem er anfangs sehr abweisend gegenüber Eva ist, wird sein Mitleid geweckt und er beginnt ihr zu helfen. Doch es ist gar nicht so einfach das gutgehütete Geheimnis um Jackson verborgen zu halten...

Ein weiterer Pluspunkt ist das Thema des Meeres, das die Autorin sehr schön und atmosphärisch beschreibt. Besonders die Beschreibungen der Unterwasserwelt Tasmaniens wecken sofort das Fernweh!
Ebenfalls gut gefallen haben mir die Berufswahlen der Autorin. Eva beispielsweise ist Hebamme und Saul Meeresbiologe, zwei eher ungewöhnliche Berufe, die die Autorin geschickt aufgreift und ausarbeitet.


Der perfekte Sommerroman für Lesetage am Strand. Gefühl, Spannung und interessante Charaktere ließen mich diesen Roman verschlingen. Ein Roman, der berührt, fesselt und das Fernweh weckt! 

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5 Kommentare

  1. Schon der Titel klingt besonders und nach deiner Rezi kommt das Buch auch auf meine WuLi! :)

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  2. Hallo liebe Hannah! :-)

    Schon länger hatte ich diesen Roman im Blick und nun, nachdem ich deine tolle Rezension gelesen habe, bin ich mir sicher, dass mir "Der Sommer in dem es zu schneien begann" ebenfalls sehr gut gefallen wird.
    Eine sehr gute Wortwahl.

    Liebste Grüße,
    Franzi

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  3. Hannah :)
    Ich glaube, ich muss meiner WL mal so langsam ein Limit setzen. Es kommen ständig neue Bücher hinzu! ^^
    Ich war ja schon vom Titel überzeugt, dass es ein gutes Buch ist & bin mir dessen nun sicher! :-D
    LG always x

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  4. Waaah wieso entdecke ich deinen Blog erst jetzt?^^Er ist sooo schön! Bin dann natürlich sofort mal Leserin geworden:)

    Ich schleiche schon eine Weile um "Der Sommer in dem es zu schneien begann" und nach deiner tollen Rezension bin ich mir sicher, dass bei meinem nächsten Shopping Trip in meine Arme fallen wird ;)

    Ganz Liebe Grüße
    Mia <3

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  5. Hallo! Eine sehr schöne Seite hast du hier.
    Ich fand das Buch auch ziemlich gut, obwohl Lucy Clarke mir manchmal zu sehr ins "Romance"-Genre abgerutscht ist. Das Cover kann man eigentlich gar nicht übersehen, es ist einfach wunderschön - vor allem der Schnitt. Liebe Grüße, Corinna

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